02.09. - 07.09.2019

Start in Berlin

Sedletz/Sedlec

Kloster Sedletz/Sedlec wurde 1142 als erste Niederlassung der Zisterzienser in Böhmen gegründet. In den Hussitenkriegen wurde die Anlage 1421 entvölkert und zerstört. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die ausgebrannte Abteikirche in barockgotischen Formen durch den Architekten Johann Blasius Santini-Aichel wiedererrichtet.

Sedletz/Sedlec

Mit der barocken Umsetzung gotischer Schlingrippengewölbe schuf Santini in der Klosterkirche einen einmaligen Sakralraum, der, wie das gesamte Gebäudeensemble, heute unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes steht.

Pardubitz/Pardubice

Das 1921 errichtete kubistische Krematorium des Architekten Pavel Janák mit seiner charakteristischen Farbigkeit, die Anleihen aus der historischen Volksarchitektur bezieht, gilt als Inkunabel des Rondokubismus

Königgrätz/Hradec Králové

Das zwischen 1909 und 19212 errichtete Ostböhmische Museum in Königgrätz/Hradec Králové gehört zu den frühen Werken des Architekten Jan Kotěra. Der Gebäudekomplex vereinigt Elemente des Jugenstils bzw. der Sezession und des frühen Kubismus.

Prag/Praha

Der durch den spätgotischen Architekten Benedikt Ried errichtete Wladislawsaal gilt als bedeutendster Saalbau um 1500 nördlich der Alpen. Die Schlingrippengewölbe, die den gänzlich stützenlosen Raum überfangen, wurden wichtige Inspitationsquellen für den barockgotischen Architekten Santini-Aichel.

Prag/Praha

Schon bald nach der Fertigstellung des Krematoriums in Pardubitz erhielt Janák den Auftrag für die Prager Verwaltung der italienischen Versicherung „Riunione Adriatica di Sicurtà“ in Triest. Der zu den Hauptwerken des Rondukubismus zählende Gebäudekomplex beherbergte auch ein Kaufhaus, das mit einer bis heute erhaltenen eindrucksvollen Passage verbunden war.

Prag/Praha

1912 entstand im Prager Stadtteil Vyšehrad nahe des Moldauufers die kubistische „Kovařovicova vila“ durch den Architekten Jozef Chochol. Ursprünglich Wohnhaus des Unternehmers Bedřich Kovařovic, diente zwischen 1960 und 1995 als Kindergarten genutzt. Nach der Privatisierung des Hauses 1995 wurde dieses aufwändig renoviert, der Garten nach originalen Vorlagen rekonstruiert.

Prag/Praha

Zu den frühen kubistischen Bauten des Architekten Jozef Gočár zählt das „Haus zur schwarzen Muttergottes“. Der zwischen 1910 und 1911 errichtete Kaufhausbau wurde in den 1990er Jahren restauriert und einschließlich der Farbigkeit und einiger Innenräume in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Kuttenberg/Kutná Hora

Von Kloster Sedletz aus im 12. Jahrhundert gegründet, entwickelte sich das durch den Silberabbau reich gewordene Kuttenberg/Kutná Hora zu den bedeutendsten mittelalterlichen Städten Böhmens. Ansichtsprägendes Gotteshaus ist der spätgotische Dom St. Barbara, der vom frühbarocken Jesuitenkolleg flankiert wird. 

Libodrice

Die anstelle eines kleinen Gutshauses 1912 durch Josef Gočár errichtete Villa Bauer wurde nach unterschiedlichen Nutzungen im Sozialismus 2005 originalgetreu restauriert und beherbergt heute ein Museum zum Kubismus.

Bohdanetsch/Lázně Bohdaneč

Das Kurhaus - heute „Pavilon Gočár“ - des 1343 erstmals urkundlich genannten und seit dem späten 19. Jahrhundert als Moorbad genutzten Ortes wurde 1912 vom Architekten Jozef Gočár in kubistischen Formen errichtet.

Informationen und Buchung:

CarpeDiem Touristik
Elisabethstr. 25
02826 Görlitz
Tel.: 03581/42 86 44
Fax: 03581/42 86 45
info@carpediem-touristik.de
www.carpediem-touristik.de
weitere Reiseinformationen

Weitere Informationen:

FAZ - A. Diener
04.11.2017


Einzigartige Sonderwege in Tschechiens Architektur

Barockgotik, Kubismus und Rondokubismus in Böhmen und Mähren

Prag/Praha - Wladislawsaal auf dem Hradschin/Hradčany

Libodřice - Villa Bauer

Königgrätz/Hradec Kralove - Attika der Anglobank

Kurhaus in Bohdanetsch/Lázně Bohdaneč

Blick über die Altstadt von Prag/Praha

Klosterkirche Sedletz/Sedlec

Dachgestaltung des Geschäftshauses „Diamant“ in Prag/Praha

Prag/Praha - Altarraum der Klosterkirche St. Gabriel

Krematorium in Pardubice/Pardubitz

Saar/Žďár nad Sázavou - Nepomuk-Kapelle (C. Cossa/Wikipedia Commons)

Diese Reise ins nördliche Tschechien erkundet die architektonischen Spuren der in Deutschland nahezu unbekannten Barockgotik und der einzigartigen Architektur des Kubismus bzw. Rondokubismus. Während die Barockgotik als Verquickung italienischen Hochbarocks mit böhmischen Ausprägungen der Spätgotik einzig durch den genialen Architekten Johann Blasius Santini-Aichel (1677-1723) in Böhmen und Mähren vertreten wurde, entwickelte sich der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts beliebte Kubismus bzw. Rondokubismus mit kristallin gebrochenen oder durch kreis- und halbkreisförmige Strukturelemente geformte Fassadenflächen zeitweise zum bevorzugten Nationalstil der jungen tschechoslowakischen Republik.

Unsere Reiseroute umfaßt u. a. Hauptwerke der Barockgotik, darunter die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Klosteranlage von Saar/Žďár nad Sázavou einschließlich der Wallfahrtskirche St. Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg/Zelená Hora und das Zisterzienserkloster Sedletz/Sedlec mit seinem obskuren Beinhaus; alles Werke des „Ausnahmearchitekten“ Santini. Dessen architektonische Vorbilder finden sich wieder im Wladislawsaal der Prager Burg und den Sakralbauten der „welschen” Architekten des Frühbarock, die wir - während zweier Stadtrundgänge unter dem Motto „Prag für Fortgeschrittene“ ebenso in der tschechischen Hauptstadt besuchen werden wie die wichtigsten Schöpfungen des Kubismus und des Rondokubismus.
Im Stadtteil Smíchov besichtigen wir zudem ein Juwel benediktinischer Dekorationskunst, die weitgehend unbekannte, aber nahezu einmalige Schöpfung der Klosterkirche von St. Gabriel. Diese wurde Ende des 19. Jahrhunderts für einen Benediktinerinnenkonvent errichtet und im höchst ungewöhnlichen, von ägyptischer Kunst beeinflussten Stil der Beuroner Kunstschule ausgestattet. 
Weitere Ausflüge führen uns nach Königgrätz/Hradec Králové und Pardubitz/Pardubice sowie in den kleinen Kurort Bohdanetsch/Lázně Bohdaneč, in dem weitere wichtige Bauten des kurzlebigen Nationalstils zu sehen sind. Außergewöhnlich ist zudem der Besuch der von Josef Gočár errichteten Villa Bauer in Libodrice, die im Innern wie in der Außenerscheinung originalgetreu restauriert wurde.

Während der Reisedauer ist das durch den kubistischen Architekten Jan Kotěra umgestaltete exklusive ****Schlosshotel Chateau Kotěra in Ratboř bei Kuttenberg/Kutná Horá unser herrschaftliches Logis.