08.04. - 12.04.2019

Start in Berlin

Breslau/Wrocław

Das 1929 von Hans Scharoun errichtete Ledigenheim gilt als eine Inkunabel des „Neuen Bauens” in Breslau. Der seit 1972 denkmalgeschützte Baukomplex wurde in den letzten Jahren restauriert und dabei auch die historische Farbigkeit wieder umgesetzt. Im Innern des als „Park Hotel Scharoun“ genutzten Gebäudes wurde eine Musterwohnung weitgehend originalgetreu rekonstruiert. 

Breslau/Wrocław

Das Polizeipräsidium, 1926 bis 1929 von Rudolf Fernholz vis-à-vis des Stadtschlosses errichtet, orientiert sich in seinen backstein-expressionistischen Formen am vier Jahre zuvor von Fritz Höger erbauten „Chilehaus” in Hamburg. 

Breslau/Wrocław

Klare Formen der Klassischen Moderne zeigt das vom Schweizer Architekten Rudolf Otto Salvisberg in einer Rekordzeit von 82 Tagen 1928 erbaute Generalkommando. Der im Zweiten Welkrieg unzerstört gebliebene und bis heute in ein Militärgelände integrierte Baukomplex wurde jüngst exzellent restauriert.

Breslau/Wrocław

Im Sinne der Unité d’Habitation (Wohnmaschine) von Le Corbusier entstand in der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten Südstadt Breslaus das 15-geschossige Laubenganghaus mit 470 Wohnheinheiten. In den frühen 1970er Jahren von einem polnischen Architektenkollektiv errichtet, erhielt es wegen seiner schornsteinartigen Pylonen bald den Spitznamen „Titanic”.

Breslau/Wrocław

Als zweites Hochhaus der Stadt entstand 1929 die - nach wie vor als Bank genutzte - Stadtsparkasse von Heinrich Rump. Der bereits zu seiner Bauzeit umstrittene Stahlbetonbau überlebte den Zweiten Weltkrieg mit verhältnismäßig geringen Beschädigungen und konnte bereits 1946 wieder in Betrieb genommen werden.

Breslau/Wrocław

Zu den bedeutendsten Bauten der Jahrhundertausstellung von 1913 zählt der Vier-Kuppel-Pavillon von Hans Poelzig, der gemeinsam mit dem Stadtbaurat Max Berg das Ausstellungsgelände plante.

Breslau/Wrocław

Bereits zwischen 1911 und 1913 entstand nach Entwürfen von Hans Poelzig der Prototyp eines Bürohauses, ein Stahlbetonbau ohne feste Innenraumeinteilung, großen Fensterflächen und sehr sparsamen Dekorelementen der Fassade.

Breslau/Wrocław

Als eines der wenigen Relikte nationalsozialistischen Bauens ging das 1935 nach Entwürfen von Felix Bräuler errichtete Regierungsgebäude aus den Kämpfen um die „Festung Breslau” nur wenig beschädigt hervor. Der neoklassizistische Bau beherbergt seit 1946 die Wojwodschaftsverwaltung.

Liegnitz/Legnica

Die in den späten 1920er Jahren errichtete Allgemeine Ortskrankenkasse, heute als Schulgebäude genutzt, zeichnet sich durch zahlreiche Stilmerkmale des Neuen Bauens, vermischt mit expressionistischen Gestaltungselementen aus.

Informationen und Buchung:

Via Silesia - Tomasz Perz-Reisen
Osiedle Gornicze 6A
PL 58-308 Wałbrzych
Tel:(0048) 693 227 662
mail: info@via-silesia.pl
web: www.via-silesia.pl
weitere Reiseinformationen


Das Bauhaus im Osten: Breslau/Wrocław

Vom Historismus über die Jahrhunderthalle zur Ostmoderne

Schloss Carolath

Markthalle, Richard Plüddemann, 1908

Friedenskirche in Schweidnitz

Jahrhunderthalle, Max Berg, 1911-1913

Bethaus in Bad Warmbrunn

Oder-Kraftwerk Süd, Max Berg und Ludwig Moshamer, 1921

Schlossruine Trachenberg/Żmigród

Polizeipräsidium, Rudolf Fernholz, 1925-1927

Kirche in Kriegheide

Postscheckamt, Lothar Neumann, 1926-1929

Schinkel-Kirche in Erdmannsdorf

Werkbundausstellung „WuWA” 1929 - Villa, Heinrich Lauterbach

Evangelische Kirche in Waldenburg

Werkbundausstellung „WuWA” 1929 - Laubenganghaus

Gnadenkirche hirschberg

Kaufhaus Wertheim, Hermann Dernburg, 1929-1930

Residenzschloss Oels/Oleśnica

Waldenburg/Wałbrzych, Kaufhaus Schocken, 1928

Das „Bauhaus“ wird Hundert!

Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert.
Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, stark durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten noch wenig Beachtung findet.
Diese Studienreise bringt Sie nach Niederschlesien und seine Metropole Breslau/Wrocław, die noch vor der Bauhausgründung zu einem Mekka der architektonischen Avantgarde avancierte.
So entstanden mit der 1908 eröffneten Markthalle mit dem von Richard Plüddemann und Heinrich Küster konzipierten spektakulären Stahlbetonskelett und der 1913 fertiggestellten „Jahrhunderthalle“ von Max Berg – Letztere 2006 mit der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geadelt – Inkunabeln funktionalistischer Architektur.
Unter dem Eindruck des Bauhauses entstanden ab den 1920er Jahren bemerkenswerte Bauten, wie ein Geschäftshaus von Hans Poelzig, das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, die von Heinrich Rump errichtete Stadtsparkasse als eines der frühen Hochhäuser der Region oder die Mohrenapotheke von Adolf Rading. Weitere Wegbereiter des „Neuen Bauens“ waren zudem die unter dem späteren Frankfurter Stadtbaurat Ernst May, noch im Sinne der europäischen Gartenstadtbewegung geplanten Siedlungen der „Schlesischen Heimstätte“. Zu einem architektonischen Kulminationspunkt wurde die von der schlesischen Sektion des „Werkbundes“ 1929 realisierte Ausstellung „Wohnung und Werkraum“, kurz „WuWA“ genannt. Deren Musterbauten von Rading, Hans Scharoun, Heinrich Lauterbach, Moritz Hadda und weiteren schlesischen Architekten erhielten ein großes Medienecho und internationale Anerkennung.
Neben diesen und vielen weiteren Bauten besuchen wir zur Einführung in die Breslauer Stadtgeschichte das Historische Museum im rekonstruierten Stadtschloss, zur Vertiefung der gewonnenen Erkenntnisse auch das Breslauer Architekturmuseum.

Diese Reise führt Sie zudem in die Stadt Liegnitz/Legnica mit markanten Bauten der Moderne und nach Waldenburg/Wałbrzych, wo unter anderem das von Mendelsohn-Mitarbeiter Bernhard Sturtzkopf erbaute Kaufhaus Schocken erhalten ist.

Als luxuriöse Unterkunft steht uns das ****Art-Hotel zur Verfügung. Das in einem exzellent restaurierten Patrizierhaus befindliche Hotel liegt in einer ruhigen Seitengasse der historischen Altstadt, unweit des Rings/Rynek. Dort haben wir für Sie Superior-Zimmer reserviert.

Die Kleingruppenreise erfolgt im komfortablen Mercedes-Kleinbus mit maximal 15 Teilnehmern.