11.11.2018

Beginn: 10:30 Uhr

Veranstaltungsort

Messe Wien - Buchmesse/»Buch Wien 18«

Messeplatz 1
Halle D - Mastercard-Tribüne
A-1021 Wien

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen seines Auftritts auf der »Buch Wien 18«

Website des Veranstalters

Das „Schlesische Elysium“

Schlösser und Parks im Hirschberger Tal in Schlesien

Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin

Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin

Schloss Bad Warmbrunn/Cieplice Zdrój

Schloss Bad Warmbrunn/Cieplice Zdrój

Schloss Schildau/Wojanów

Schloss Buchwald/Bukowiec

Schloss Buchwald/Bukowiec

Schloss Stonsdorf/Staniszów

Schloss Lomnitz/Łomnica

Krummhübel/Karpacz - Kirche Wang

Schloss Wernersdorf/Pakoszów

Schlesien, ein Brückenland zwischen West- und Osteuropa, wurde schon im ausgehenden 19. Jahrhundert als „Land der Schlösser“ bezeichnet. Seine ungewöhnlich hohe Dichte an repräsentativen Adelssitzen, die seit dem 13. Jahrhundert unter den wechselnden Herrschaften polnisch-piastischer, böhmischer, habsburgischer, dann preußischer und bis 1945 deutscher Hoheit entstanden, ist in Europa einzigartig.
Das Hirschberger Tal, das, umrahmt von der imposanten Landschaft des Riesengebirges, eine Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen bietet, entwickelte sich seit der Überwindung Napoleons zu einem „Schlesischen Elysium“. Mit der Entdeckung dieser Kulturlandschaft durch die Hohenzollern, die drei bereits bestehehende Schlösser zu Sommersitzen umbauen ließen, begann eine Blütezeit, die durch bedeutende Architekten wie Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler sowie den Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné entscheidend geprägt wurde.
Nachdem der Zweite Weltkrieg mit seinen Folgen eine Zäsur kaum zu ermessenden Ausmaßes gesetzt hatte, erfreut sich das „Tal der Schlösser und Gärten“, wie eine wegweisende Ausstellung im Jahr 2000 titelte, wieder einer zunehmenden Beliebtheit bei deutschen und polnischen Kulturreisenden. Seither hat sich diese Mikroregion bemerkenswert entwickelt und zählt inzwischen zu den sowohl kunsthistorisch wie auch landschaftlich reizvollsten Reisezielen in Schlesien.

Die mit neu entdecktem historischem und aktuellem Bildmaterial illustrierte Vortrag bietet zunächst einen kurzen Überblick über die Situation der Schlösserlandschaft Schlesiens, um danach in einem historischen Exkurs die Blütezeit des „Schlesischen Elysium“ im 19. Jahrhundert zu beleuchten. Dieser führt bis ins 20. Jahrhundert mit seinen vielfältigen historischen Brüchen, um zuletzt die seit 1989 von polnischer und deutscher Seite aufgenommenen Initiativen zur Rettung dieser Schlösserlandschaft zu präsentieren. Dabei werden auch die jüngsten Revitalisierungsprojekte, wie beispielsweise die Umwandlung der „Wernersdorfer Bleiche“ zu einem luxuriösen Schlosshotel und die Rekonstruktion des Interieurs von Schloss Fischbach/Karpniki vorgestellt.