14.11.2019

Beginn: 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Architektenkammer, Berlin

Alte Jakobstraße 149
10969 Berlin

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft e. V., Berlin


Website der Veranstalter

Das "Bauhaus" im Osten: Bukarest

Stilvielfalt und Klassische Moderne in der rumänischen Hauptstadt

Gasthof „Hanul Maniuc”

Athenäum Bukarest

Athenäum

Wohnturm von Boberröhrsdorf/Siedlęcin

"Radiopalast"

Geschäftshäuser am Ufer des kanalisierten Dâmbovița-Flusses

Straßenansicht des Bulevard Magheru

Kuppeln der Spar- und Depositenkasse

Bürohaus am Bulevard Magheru

Bulevard General Magheru

Art Déco-Elemente eines Appartementhauses

Geschäftshäuser am Ufer des kanalisierten Dâmbovița-Flusses

Pressehochhaus der 1950er Jahre

Kuppeln der Spar- und Depositenkasse

„Palastsaal” hinter dem Königsschloss, späte 1950er Jahre

Parlamentspalast

Das Jubiläum der 1919 in Weimar gegründeten, 1925 nach Dessau umgezogenen und 1933 in Berlin auf nationalsozialistischen Druck aufgelösten Hochschule für Gestaltung wird in Deutschland mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Kulturreisen gefeiert.
Doch gerade auch jenseits der heutigen deutschen Grenzen gibt es spektakuläre, wesentlich durch das „Bauhaus“ geprägte Architektur zu entdecken, die selbst unter Fachleuten bisher noch wenig Beachtung findet.
Bukarest galt in den 1920er Jahren als „Paris des Ostens“. Die Hauptstadt des in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründeten Königreichs Rumänien war nicht nur ein Schmelztiegel von Menschen zahlreicher Ethnien und Religionen. Sie war auch ein Experimentierfeld unterschiedlicher Architekturströmungen. Da viele rumänische Architekten in Paris, Wien und Berlin studierten, vermischten sich hier die mitteleuropäischen Einflüsse mit landestypischen Stilelementen. Seit Ende des Ersten Weltkriegs und der Vereinigung des Landes mit dem bis dahin in ungarischer Hand befindlichen Siebenbürgen entwickelte sich Bukarest rasch zu einer architektonisch stark mitteleuropäisch geprägten Metropole.

Der reich illustrierte Vortrag spannt den Bogen vom französisch und deutsch inspirierten Historismus sowie dem national geprägten Brâncoveanu-Stil bis zur Architektur der Klassischen Moderne bzw. des Funktionalismus der Zwischenkriegszeit. In dieser Zeit entstanden mehrere neue Stadtquartiere mit eleganten Villen, aber auch Beamten- und Arbeitersiedlungen - u. a. auch nach Bauhaus-Vorbild. Im Stadtzentrum wurde ein kilometerlanger, von beeindruckenden Hotel-, Geschäfts- und Appartementhäusern gesäumter Boulevard angelegt. Neben namhaften, zum Teil auch international bekannten rumänischen Architekten war es beispielsweise auch der 1933 aus Berlin emigrierte Architekt Rudolf Fränkel („Gartenstadt Atlantic” mit dem Kino Lichtburg/Berlin-Gesundbrunnen), der das Bild dieses Straßenzugs bestimmte.