21.09. — 28.09.2018

Start in Berlin

Schwarzenau/Czerniejewo

Zwischen 1771 und 1780 entstand nach Entwurf von Ignatius Graff die spätbarocke Dreiflügelanlage für General Jan Lipski, die wenige Jahre darauf zum heutigen Erscheinungsbild frühklassizistisch umgebaut wurde. Die repräsentative Anlage mit weitläufigem Schlosspark beherbergt seit den 1990er Jahren ein Hotel.

Danzig/Gdańsk

Als Wahrzeichen Danzigs gilt das spätmittelalterliche Krantor am ehemaligen Hafen an der Mottlau. Der markante Bau wurde 1945 schwerstens beschädigt, jedoch ab den späten 1950er Jahren weitgehend originalgetreu rekonstruiert.

Danzig/Gdańsk

Die zwischen 1343 und Anfang des 16. Jahrhunderts vollendete Marienkirche gilt als größte Backsteinkirche der Welt. Unter Baumeister Heinrich Ungeradin wurde der ursprüglich basilikale Bau zu einer Hallenkirche umgebaut. Mit der Reformation evangelisch-lutherisch geworden, ist die Pfarrkirche der Rechtstadt seit 1945 wieder ein katholisches Gotteshaus.

Frauenburg/Frombork

Zu den bemerkenswertesten, gänzlich original erhaltenen Backsteinkirchen zählt die bis 1388 errichtete Kathedrale des Ermländischen Bischofs in Frauenburg/Frombork. Das nach 1680 barock ausgestattete Gotteshaus war auch Wirkungsstätte von Nikolaus Kopernikus, der hier auch bestattet wurde.

Heiligelinde/Święta Lipka

Die ab 1688 errichtete Emporenbasilika von Heiligelinde/Święta Lipka zählt zu den bekanntesten Marienwallfahrtsstätten im heutigen Polen. Zu der reichen barocken Ausstattung zählt auch der 1719 gebaute Orgelprospekt mit beweglichen Figuren, deren Mechanik nach 1990 wiederhergestellt werden konnte.

Steinort/Sztynort

Die im Kern barocke, im 19. Jahrhundert neogotisch überformte Schlossanlage war Sitz der Familie von Lehndorf. Deren wohl berühmtester Sproß, Heinrich Graf von Lehndorf wurde nach dem Attentat gegen Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet und hingerichtet. Das Schloss wird derzeit durch die Deutsch-polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz restauriert.

Schlobitten/Słobity

Zu den bedeutendensten Adelssitzen Ostpreußens zählte das „Königsschloss” der gräflichen Familie von Dohna in Schlobitten. Das 1945 zerstörte Barockschloss entstand nach Entwürfen des Architekten Johann Caspar Hindersin. die noch immer imposante Ruine befindet sich heute in Privateigentum.

Thorn/Toruń

Der gewaltige Rat- und Kaufhausbau geht auf das 13. Jahrhundert zurück und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Baumeister Anthonis van Opbergen in spätmanieristischen Formen umgebaut. Ältester Teil ist der Rathausturm, der sich an den flämischen Belfrieden orientierte.

Thorn/Toruń

Zu den wenigen Relikten der einstigen Deutschordensburg zählt der Dansker von Thorn, der vor wenigen Jahren denkmalgerecht restauriert wurde.

Stegmannsdorf/Chwalęcin

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche „Zum Heiligen Kreuz” geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Der barocke Kirchenneubau von 1708 wurde ab 1748 mit einem höchst ungewöhnlichen, kunstvoll bemalten hölzernen Kreuztonnengewölbe überdeckt.

Marienburg/Malbork

Ab 1309 entstand am Ufer der Nogat die Burg des Deutschen Ordens, die mit der Verlegung des Hochmeistersitzes von Venedig wichtigstes Zentrum im neugegründeten Deutschordensland wurde. Nach der Niederlage des Ordens gegen das vereinte polnisch-litauische Herr 1412 bei Tannenberg/Grunwald erwarb 1455 der polnische König die Anlage, die zu seiner zeitweisen Residenz umgebaut wurde.

Pelplin/Pelplin

Das 1258 von Doberan als Filiation gegründete Kloster Pelplin zählt zu den bedeutendsten Ordensanlagen in West- und Ostpreußen. Die beeindruckende Klosterkirche birgt im Innern eine große Anzahl barocker Altäre und Ausstattungsstücke.

Gnesen/Gniezno

In der Kathedrale von Gnesen, vor Krakau und Warschau die erste Hauptstadt des Königreich Polens, fand im März des Jahres 1000 ein Treffen von Kaiser Otto III. und dem polnischen Herzog und späterem König Bolesław I. Chrobry statt. Der politisch hochbedeutende „Akt von Gnesen“ anlässlich der Erhebung der Gebeine des heiliggesprochenen „Slawenapostels“ und Bischofs Adalbert von Prag führte u. a. zur Errichtung des Erzbistums Gnesen.

Informationen und Buchung:

CarpeDiem Touristik
Elisabethstr. 25
02826 Görlitz
Tel.: 03581/42 86 44
Fax: 03581/42 86 45
info@carpediem-touristik.de
www.carpediem-touristik.de
weitere Reiseinformationen

West- und Ostpreußen

Auf den Spuren deutsch-polnischer Geschichte in Architektur und Literatur

Schloss Schwarzenau/Czernjewo

Thorn/Toruń — Rathaus

Danzig/Gdańsk — Artushof

Danzig/Gdańsk — Krantor an der Mottlau

Kloster Oliva/Oliwa — Parkanlage

Marienburg/Malbork — Hochmeistersitz des Deutschen Ordens

Frauenburg/Frombork — Dom

Heiligelinde/Święta Lipka — Wallfahrtskirche

Steinort/Sztynort — Schloss vor Beginn der Renovierung (2006)

Gnesen/Gniezno — Kathedrale

Wie kaum eine Kulturlandschaft Ostmitteleuropas sind West- und Ostpreußen durch die Backsteingotik geprägt. Entlang des Unterlaufs der Weichsel durchqueren wir zunächst das Kernland des Deutschen Ordens von Thorn/Toruń bis Danzig/Gdańsk, um von dort u. a. auch die beeindruckenden Zisterzienser-Klosteranlagen von Pelplin und Oliva/Oliwa sowie den Hauptsitz des Deutschen Ordens, die auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste stehende Marienburg/Malbork zu besichtigen. Nach dem Besuch der einstigen Hansestadt Elbing/Elbląg fahren wir in den südlichen Teil Ostpreußens, dessen geistliches Zentrum einst das Bistum Ermland mit seinen bedeutenden Bauten, darunter dem Dom in Frauenburg/Frombork und der Bischofsburg von Heilsberg/Lizbark Warmiński. Geprägt wird diese Region aber auch durch zahlreiche Adelsresidenzen, von denen allerdings nur wenige das Inferno des Zweiten Weltkriegs überstanden haben. Wir besichtigen einige in Restaurierung befindliche Adelssitze, darunter die Gutsanlage des 1944 hingerichteten Grafen Heinrich von Lehndorff in Steinort/Sztynort, aber auch eindrucksvolle Schlossruinen, die die tragische Geschichte des Zweiten Weltkriegs reflektieren. Die kurze Besichtigung des nahegelegenen „Führerhauptquartiers Wolfsschanze” bei Rastenburg/Kętrzyn dient ebenso der der Abrundung des historischen Kontextes wie der Besuch der Kathedrale von Gnesen/Gniezno auf der Rückfahrt der Studienreise.

Neben Einblicken in die Architekturgeschichte und den denkmalpflegerischen Umgang mit dem deutsch-polnischen Kulturerbe vermittelt die Reise durch die begleitende Germanistin Anna Kowalewska literarische Genüsse. Ihre vielfältigen Kontakte ermöglichen uns zudem das Gespräch mit interessanten Persönlichkeiten – Menschen, die sich für das gemeinsame Erbe von Deutschen und Polen engagieren.

Auf dieser Reise übernachten wir im ****Hotel Bulwar in Thorn, einem zentrumsnahen Hotel in Danzig sowie in der restaurierten Gutsanlage von ***Gallingen/Galiny.